Der internationale Standard
Das SOCP bietet eine Infrastruktur, welche den höchsten internationalen Standards für Wiederansiedlungen entspricht. Jedes Jahr werden 20 bis 40 Sumatra Orang-Utans ins Programm aufgenommen.
Obwohl das Töten, Gefangennehmen, Halten oder der Handel mit
Orang-Utans schon seit langem illegal ist, wurden die Gesetze nur
selten effektiv durchgesetzt. Als Begründung wurde oft eingewendet, man
habe keine passenden Anlagen, in denen man konfiszierte Tiere
unterbringen könnte. Von 1972 bis 1995 wurden alle konfiszierten
Sumatra-Orang Utans in das einzige Rehabilitationszentrum in Bohorok
(auch Bekannt als Bukit Lawang) im Norden Sumatras gebracht. Doch
dieses Zentrum wurde 1995 geschlossen, weil es weder der
internationalen noch der neuen indonesischen Gesetzgebung für die
Wiederansiedelung von Orang-Utans genügte.
Gemäss den zur Zeit
bestehenden Richtlinien für die Wiederansiedlungen von grossen
Menschenaffen der Weltnaturschutzunion IUCN und der Indonesischen
Regeierung, sollten konfiszierte Orang-Utans nur in Regionen
ausgewildert werden, wo es keine bestehende Wildpopulation gibt. Sie
müssen ausserdem zwingend eine Quarantäne durchlaufen. Dies setzt eine
spezielle Einrichtung voraus, wo die Orangu-Utans keinen Kontakt zu
Touristen oder anderen Besuchern haben. Die neuen Regelungen und
Richtlinien sind für den Erhalt der Orang-Utans von grösster Bedeutung,
weil sie verhindern, dass wieder angesiedelte Orang-Utans mit ihren
wilden Artgenossen in Konkurrenz um die Nahrungsressourcen treten und
möglicherweise Krankheiten in eine stark gefährdete bestehende
Population tragen.
Mit der Gründung des SOCP bestehen seit 1999 alle notwendigen
Einrichtungen und ein Programm, welches alle geltenden
internationalen und nationalen Richtlinien erfüllt. Die Quarantänestation in Batu
Mbelin und das Wiederansiedlungszentrum in Jambi sind beide sehr gut ausgerüstet, haben erfahrenes Personal und können so nach den
höchsten Standards betrieben werden. Die Orang-Utans werden schliesslich im Bukit-Tigapuluh-Nationalpark freigelassen, welcher einen idealen Lebensraum für die
Tiere bietet, wo es aber bis dahin keine bestehende Wildpopulation gab.