Der Küstensumpfwald von Tripa gehört zu den wertvollsten Lebensräumen weltweit. Trotzdem wird er für Palmölplantagen immer weiter abgeholzt. Das SOCP arbeitet an einem Programm mit, das die Zerstörung stoppen und alternative Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung erschliessen will.
Die drei Küstensumpfwälder Tripa, Kluet und Singkil gehören zu den wertvollsten natürlichen Lebensräumen weltweit. Sie beherbergen die grösste Dichte an Orang-Utans und rund 30 Prozent der übrig gebliebenen und vom Aussterben bedrohten 6'600 Sumatra-Orang-Utans. Die Wälder sind lebenswichtige grüne Korridore, die den Indischen Ozean mit dem Leuser-Ökosystem und dem Gunung-Leuser-Nationalpark – einem Biosphärenreservat der UNESCO – im Hinterland verbinden. Die Küstensumpfwälder stellen zudem eine wirksame natürliche Barriere gegen Naturgefahren wie Tsunamis dar und sind eine wichtige Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung. Nicht zuletzt speichern Torfsumpfwälder riesige Mengen an Kohlenstoff, sowohl im Torf wie auch in der Vegetation. Werden sie zerstört, wird dieser in Form von CO2 freigesetzt und trägt somit erheblich zur globalen Klimaerwärmung bei. Doch trotz der immensen Bedeutung werden die Torfsumpfwälder von Tripa bereits abgeholzt – für Palmölplantagen.
Das Sumpfwald-Schutz-Programm Vor dem Hintergrund dieser akuten Situation hat PanEco im Rahmen des SOCP zusammen mit den Partnerorganisationen und YEL 2005 ein Programm gestartet, das sich den Stopp der Zerstörung, die langfristige Wiederherstellung und den Schutz dieser einzigartigen Wälder zum Ziel gesetzt hat. Das Programm baut auf zwei komplementären Säulen auf: einerseits die Stärkung der lokalen Umweltpolitik und andererseits das Erschliessen alternativer, nachhaltiger Einkommensquellen für die Bevölkerung. Das Programm beinhaltet folgende Elemente:
Kampagne, um das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung und das Wissen über die Einzigartigkeit und den Wert der Torfsumpfwälder zu stärken
Unterstützung der Leuser International Foundation LIF und der für das Management des Leuser Ökosystem zuständigen Behörde BPKEL bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Gesetzen und Richtlinien zum Schutz des Leuser Ökosystems und der Torfsumpfwälder
Entwicklung nachhaltiger Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung, zum Beispiel Ökotourismus, Handel mit CO2-Zertifikaten oder nachhaltige Palmöl-Produktion
Das Gesamtkonzept wird von der UNEP, UNESCO, IUCN, dem Fachkomitee für
den Wiederaufbau von Aceh des BRR, den lokalen Regierungen der
Distrikte und dem Gouverneur von Aceh unterstützt.
News
Der Sumpfwald verschwindet
Diese Kartensammlung unserer Partnerorganisaton YEL zeigt eindrücklich, wie stark die Sumpfwälder von Aceh in den letzten 20 Jahren geschrumpft sind.
Palmölplantagen erhöhen das Katastrophenrisiko, tragen zur Klimaerwärmung bei und gefährden eine einzigartige Population von Sumatra Orang-Utans. Dieser Bericht (englisch) unserer Partner YEL und PanEco zeigt deutlich die Folgen der Regenwaldzerstörung in Aceh auf.