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| Einzelgänger und Frucht-Liebhaber Orang-Utans leben im Tieflandregenwald auf Sumatra und Borneo. Eine Mutter mit ihrem Kind oder die einzelgängerischen erwachsenen Männchen verbringen praktisch ihr ganzes Leben in den Baumkornen.
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Orang-Utans leben in unberührten Tieflandregenwäldern von Indonesien und Malaysia. Auf Borneo findet man sie bis zu einer Höhe von nur 500 Metern über Meer, auf Sumatra kommen sie bis 1000 Meter über Meer vor. Sumatra Orang-Utans verbringen praktisch ihr gesamtes Leben in den Baumkronen, wo sie Nahrung, Schutz und auch einen Schlafplatz finden. Typischerweise teilen sich 1-2 erwachsene Orang-Utans eine Fläche von einem Quadratkilometer Regenwald. In einem sehr produktiven Habitat mit entsprechendem Nahrungsangebot kann diese Zahl aber auf bis zu acht Tiere und mehr steigen. Das ist zum Beispiel im den Küstensumpfwäldern von Aceh im Norden Sumatras der Fall.
Orang-Utans werden meist als praktisch solitär lebende Art bezeichnet, wobei Mutter und Kind die am häufigsten auftretende „Gruppierung" darstellt. Vor allem auf Sumatra findet man aber immer wieder auch grössere Gruppen, vor allem von mehreren Müttern mit ihren Kindern und wenn das Angebot an Waldfrüchten sehr gross ist. Fürchte sind die Hautpnahrung (60%) der Orang-Utans, sie fressen aber auch junge Blätter, Insekten oder die Innenseite (Kambium) von Baumrinde. Auf Sumatra fangen sie sogar Plumploris, eine kleine nachtaktive Affenart, wenn sie ihren Weg kreuzen. Dieses Verhalten wurde allerdings nie auf Borneo beobachtet.
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Langlebig, aber nur wenige Nachkommen Orang-Utan-Weibchen bekommen ihren ersten Nachwuchs erst mit etwa 15 Jahren. Die Mutter lehrt ihrem meist einzigen Jungen alles: was es fressen kann, wann es wo welche Nahrung findet, wie man ein Nest baut oder auch das Herstellen und den Gebrauch von Werkzeugen. Damit sie alles lernen können, bleiben junge Orang-Utans über Jahre bei ihrer Mutter. Erst mit 9 oder 10 Jahren verbringen sie mehr und mehr Zeit alleine auf Erkundungstour im Wald. Weil das Lehren und Lernen so viel Zeit benötigt, bekommen Orang-Utan Weibchen nur alle 8 bis 9 Jahre Nachwuchs. Das ist der grösste Zeitabstand zwischen zwei Geburten aller Landsäugetiere! Zudem haben Orang-Utans meist nur ein Junges. Zwillinge kommen nur sehr selten vor und wenn, dann überlebt am Ende nur eines – die Mutter braucht einfach beide Hände und Füsse zum Klettern und Fressen in den Baumkronen.
Aus Langzeitstudien wissen wir heute, dass wilde Orang-Utans regelmässig über 50 Jahre alt werden. Wegen der langsamen Fortpflanzung haben die meisten Weibchen trotzdem nur 4 bis 5 Junge während ihres ganzen Lebens. Deshalb haben auch wenige getötete Mütter und Kinder eine sehr grosse Auswirkung auf das langfristige Überleben einer Population.
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